A-, B- und C-Mitarbeiter: Warum Mindset schwerer zu ändern ist als Können

Umsatz, Qualität, Teamfähigkeit: So bewerten die meisten Labore ihre Leute. Dabei entscheiden zwei andere Dinge über ein herausragendes Team. Eine einfache Matrix aus Mindset und Fähigkeiten zeigt Dir, wen Du fördern solltest und bei wem sich die Mühe nicht lohnt.

A-, B- und C-Mitarbeiter: Warum Mindset schwerer zu ändern ist als Können

Wie beurteilst Du Deine Mitarbeiter? Die meisten Laborinhaber nennen Umsatz, Qualität der Arbeit und Teamfähigkeit. Alles richtig, aber es fehlt das Entscheidende. Denn ob aus einem durchschnittlichen Team ein herausragendes wird, hängt von zwei anderen Faktoren ab: vom Mindset und von den Fähigkeiten. Und vor allem davon, wie Du beides zusammen betrachtest.

Die Matrix: zwei Achsen, vier Felder

Stell Dir ein Koordinatensystem vor. Die senkrechte Achse ist das Mindset, also die Einstellung, mit der jemand dem Alltag und seinen Problemen begegnet. Ganz unten steht die ständige Abwehr: Mitarbeiter, die immer Gründe finden, warum etwas nicht geht. Darüber das ständige Müssen, geprägt von Druck und Negativität. Erst im oberen Bereich kommt das ständige Wollen, also Menschen, die sich entwickeln und das Team unterstützen möchten. Ganz oben das ständige Handeln: die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und aktiv zu werden.

Die waagerechte Achse sind die Fähigkeiten. Links „keine Ahnung", dann „okay bis gut", „gut bis sehr gut" und ganz rechts der Virtuose, der absolute Experte.

Bringst Du beide Achsen zusammen, entstehen vier Felder. Und in jedes Feld kannst Du jeden Deiner Mitarbeiter einordnen.

A-Mitarbeiter: Dein Kern

Oben rechts stehen die A-Mitarbeiter: hervorragende Einstellung und exzellente Fähigkeiten. Sie ziehen das Team, sie lösen Probleme, sie brauchen keine Kontrolle. Das Ziel sollte sein, dass etwa 20 bis 30 Prozent Deines Teams aus solchen Leuten bestehen. Mehr ist selten realistisch, weniger wird auf Dauer anstrengend.

C-Mitarbeiter: die schwere Entscheidung

Unten links stehen die C-Mitarbeiter: wenig Fähigkeiten, gepaart mit einer negativen Einstellung. Hier musst Du unterscheiden. Liegt jemand noch im Bereich „okay bis gut" und ist die Haltung nicht komplett abwehrend, kannst Du ihn vielleicht entwickeln. Fehlt aber jede Kompetenz und herrscht ständige Abwehr, ist die ehrliche Konsequenz die Trennung. Nicht aus Härte, sondern weil ein einziger C-Mitarbeiter ein ganzes Team nach unten zieht.

B-Mitarbeiter: hier entscheidet sich Dein Labor

Spannend wird es in den beiden übrigen Feldern, und hier liegt der Kern dieses Artikels. Es gibt zwei Arten von B-Mitarbeitern:

  • Tolle Einstellung, ausbaufähige Fähigkeiten. Diese Menschen haben großes Potenzial. Sie wollen, sie ziehen mit, ihnen fehlt nur noch Können.
  • Hohe Fähigkeiten, negative Einstellung. Die Experten, die alles können, aber gegen alles sind. Die im Meeting die Augen verdrehen und beim Kunden kurz angebunden sind.

Die entscheidende Frage lautet: Was ist leichter zu verändern, die Fähigkeiten oder das Mindset?

Die Antwort überrascht die meisten

Es ist deutlich einfacher, jemandem zahntechnische Fähigkeiten beizubringen, als eine von Grund auf negative Einstellung zu ändern. Unsere Denkmuster entstehen in der frühen Kindheit und verfestigen sich über Jahrzehnte. Einem Mitarbeiter zu sagen „sei doch mal positiv" bewirkt nichts. Können dagegen lässt sich schulen, üben, aufbauen.

Deshalb bekommt der B-Mitarbeiter mit der richtigen Einstellung ein dickes Plus. Er ist es, den Du mit Schulungen und Unterstützung zum A-Mitarbeiter entwickeln kannst. Der Experte mit schlechter Haltung bekommt ein Minus. Er kann seinen Platz im Labor behalten, solange sein Können stimmt. Aber setz ihn so ein, dass er das Team nicht vergiftet: weniger Kundenkontakt, klar abgegrenzte Aufgaben, nicht in der Rolle des Vorbilds.

Die Matrix auf Dich selbst angewendet

Das Modell funktioniert nicht nur nach unten. Verorte Dich selbst darin. Wo stehst Du mit Deinem Mindset, wo mit Deinen unternehmerischen Fähigkeiten? Und wenn Du das Modell mit Deinem Team teilst, passiert oft etwas Spannendes: Der eine oder andere erkennt, dass ein Wechsel vom Müssen zum Wollen nicht nur im Job, sondern auch privat zu mehr Zufriedenheit führt. Mitarbeiter mit sehr negativer Haltung werden sich davon kaum angesprochen fühlen. Auch das ist eine Information.

Fazit

Schau Deine Mitarbeiter differenzierter an als nach Umsatz und Qualität. Die Matrix aus Mindset und Fähigkeiten zeigt Dir, wo Förderung wirkt und wo sie verpufft. Investiere in die, die wollen. Setz die Könner mit schwieriger Haltung bewusst ein. Und triff bei den wenigen, die weder können noch wollen, die Entscheidung, die Dein Team verdient. Ein Labor, in dem möglichst viele mit positiver Einstellung und gutem Können zusammenarbeiten, ist der stärkste Hebel, den Du hast.

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